Lübecker Industriemuseum

Die Ära des Lübecker Schiffbaus: Eine Zeitreise im Industriemuseum

Über ein Jahrhundert lang prägten massive Stahlbauten, riesige Kräne und emsiges Treiben an der Trave das Gesicht Lübecks. Wo einst die bundesweit größten Containerschiffe entstanden, erinnert heute nur noch wenig an die industrielle Blütezeit. Um dieses Kapitel der Stadtgeschichte zu würdigen, präsentiert das Industriemuseum Herrenwyk bis zum 30. August die Sonderausstellung „Schiffbau in Lübeck im 20. Jahrhundert“.

Eröffnung Schiffsbau Ausstellung

Ein umfassender Rückblick

Während frühere Projekte oft nur die bekannte Flenderwerft beleuchteten, nimmt Kurator Rainer Wiedemann nun die gesamte Werftlandschaft unter die Lupe. Die Ausstellung spannt den Bogen vom späten 19. Jahrhundert – dem Wechsel von Holz zu Stahl – bis zum endgültigen Aus im Jahr 2002. Dabei werden auch fast vergessene Namen wie die Schlichting-Werft, die HATRA-Werke oder das Travewerk wieder ins Gedächtnis gerufen.

Highlights der Ausstellung

Die Schau setzt nicht nur auf trockene Fakten, sondern macht die harte Arbeit der Schiffsbauer greifbar:

• Exklusive Einblicke: Über 150 teils unveröffentlichte Fotos zeigen den Alltag in den Hallen und spektakuläre Stapelläufe.

• Technik zum Anfassen: Neben Modellen und Original-Bauplänen wurde ein historischer Arbeitsplatz rekonstruiert, bestückt mit typischen Werkzeugen wie Pressniethämmern und Schweißwagen.

• Persönlicher Fokus: Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Menschen, deren Leben und Alltag über Generationen hinweg fest mit der Werftindustrie verbunden waren.

Das Ende einer Ära

Mit dem Stapellauf der Islandfähre „Norröna“ im Jahr 2002 schloss mit der Flenderwerft der letzte große Betrieb seine Pforten. Damit verschwand ein Industriezweig, der Lübeck einst einen weltweiten Ruf für Spezialschiffe und innovative Transportsysteme bescherte. Die Ausstellung, unterstützt durch die Possehl-Stiftung, versteht sich als notwendige Korrektur gegen das Vergessen einer Industrie, die das Stadtbild über 120 Jahre lang maßgeblich geformt hat.

Gefördert wird die Ausstellung wurde von der Possehl-Stiftung und dem Verein für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur. Informationen zu Öffnungszeiten und dem Sonderprogramm gibt es HIER auf der Webseite des Museums.

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