Luftfilter und Turboreinigung

Moin liebe Skipper und Motorenfreunde!
Wer kennt es nicht? Man schippert entspannt über die Ostsee, die Sonne lacht, und eigentlich ist alles perfekt – bis man den Hebel der Marisol ein wenig weiter nach vorne legt.

Ab 1.500 Umdrehungen passierte letzte Woche genau das, was kein Eigner sehen will: Tiefschwarzer Qualm aus dem Auspuff der beiden Perkins T6.354.


Zum Glück war mein Kumpel Achim mit an Bord. Sein fachmännischer Blick Richtung Heckwasser und die trockene Diagnose: „Das sind garantiert die Luftfilter, die ziehen keine Butter mehr vom Brot.“


Hier ist der Bericht zur großen Reinigungsaktion unserer beiden Oldies.

Die Diagnose: Wenn der Diesel nach Luft schnappt

Schwarzrauch ist bei einem Dieselmotor fast immer ein Zeichen für Luftmangel. Der Kraftstoff wird nicht vollständig verbrannt, weil das Mischverhältnis nicht stimmt. Da die Perkins-Motoren in der Adler 34 als absolut robuste Arbeitstiere gelten, war klar: Wir müssen an die Atemwege.

Der Schock nach dem Ausbau

Als ich die Luftfilter demontierte, bot sich ein unschönes Bild. In den Filtern hatte sich über die Zeit ordentlich Ölkohle festgesetzt. Doch damit nicht genug: Auch direkt vor den Ansaugöffnungen der Turbolader klebte die schwarze Schmiere.

Merke: Ein Turbolader, der gegen eine Wand aus Ruß und Öl ankämpfen muss, kann keinen Ladedruck aufbauen. Das Ergebnis ist der besagte „Tintenfisch-Effekt“ am Auspuff.

Die Rosskur: Reinigung & Chemie-Keule

Wir sind bei der Reinigung zweistufig vorgegangen, um das System wirklich tiefenrein zu bekommen:

  1. Mechanische Reinigung: Zuerst wurden die Filter und die zugänglichen Bereiche vor den Ladern händisch von der groben Ölkohle befreit. Hier ist Vorsicht geboten: Es darf absolut kein Dreck in die Turbine fallen!
  2. Die chemische Wunderwaffe: Nachdem der grobe Schmodder weg war, kam der Liqui Moly Ansaug-System-Reiniger Diesel zum Einsatz.
  • Vorgehensweise: Motoren im Leerlauf warmlaufen lassen.
  • Den Reiniger in kurzen Sprühstößen direkt in den Ansaugtrakt sprühen.
  • Man hört sofort, wie die Motoren auf das Gemisch reagieren. Der Reiniger löst verbliebene Ablagerungen an den Ventilen und im Brennraum, die man mechanisch nie erreichen würde.

Das Ergebnis: Freiheit für die Perkins

Nachdem wir alles wieder zusammengebaut hatten, kam der Moment der Wahrheit. Wir sind aus dem Hafen raus und haben die Hebel langsam auf den Tisch gelegt.

  • Unter 1.500 U/min: Butterweicher Lauf (wie gewohnt).
  • Über 1.500 U/min: Die Turbos setzen spürbar ein, die Marisol schiebt an – und der Blick nach hinten? Kein Rauch!
    Es ist immer wieder erstaunlich, was für einen Unterschied saubere Luftwege machen. Die beiden Perkins Turbo laufen jetzt wieder wie am ersten Tag. Wenn eure Adler also mal das Rauchen anfängt: Checkt die Filter, bevor ihr die Einspritzpumpe verteufelt.

Immer eine Handbreit saubere Luft im Filter wünscht euch,
Euer Blog Adler34 (mit einer glücklichen Marisol)

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